Mikrofone gehören zu den wichtigsten Komponenten von Events und Veranstaltungen. Ob Konzert, Konferenz, Messe oder Gala – ohne die richtige Mikrofontechnik ist eine klare Sprach- und Musikübertragung kaum möglich. Doch gerade bei Live-Events treten häufig Probleme wie Rückkopplungen oder unangenehmes Pfeifen auf. In diesem Beitrag erklären wir die wichtigsten Mikrofonarten, ihre Eigenschaften und warum ein Equalizer ein unverzichtbares Werkzeug in der professionellen Audiotechnik ist und wieso ein Laie kaum etwas gegen ein Pfeiffen unternehmen kann.
Eine Rückkopplung entsteht, wenn ein Mikrofon den Ton eines Lautsprechers erneut aufnimmt und dieser wieder verstärkt wird. Dadurch entsteht ein Kreislauf aus Aufnahme und Wiedergabe, der sich immer weiter aufschaukelt. Das Ergebnis ist das bekannte hohe Pfeifen oder Dröhnen.
Besonders häufig entstehen Rückkopplungen:
Die problematischen Frequenzen verstärken sich dabei immer weiter, bis das Signal hörbar pfeift.
Der Prozess zur Entstehung einer Rckkopplung verläuft in wenigen, sich ständig wiederholenden Schritten:
Aufnahme: Ein Mikrofon nimmt ein Tonsignal, zum Beispiel Gesang oder Sprache, auf. Hierbei gibt es Unterschiede in der Art der Mikrofone- das Eine "koppelt schneller" als das Andere. Ansteckmikrofone oder auch Lavaliermikrofone koppeln "am schnellsten"; Handsender koppeln am langsamsten - beziehungsweise erzeugen Sie in den meisten Fällen die wenigsten Feedbacks.
Feedback-Schleife: Wenn der Ton aus dem Lautsprecher nun zurück ins Mikrofon gelangt, wird dieser erneut verstärkt und wiedergegeben. Dieser Vorgang passiert blitzschnell. Übersteigt der zurückkehrende Ton/Schall die ursprüngliche Lautstärke, schaukelt sich das "System" auf und entsteht eine Rückkoplung- das sog. "Pfeiffen".
Grundsätzlich muss sagen, es gibt kaum ein Event bei der durch "Plug & Play" es keine Feedbacks gibt! Nicht umsonst ist der Beruf des "Veranstaltungstechnikers" eine 3-jährige Ausbildung. Als gelernte Veranstaltungstechniker und Tontechniker mit langjähriger Erfahrung, wissen wir, wie wir Feedbacks reduziehren und vermeiden. Dabei achten wir:
Hallige Räume mit vielen reflektierenden Flächen verstärken problematische Frequenzen zusätzlich. Daher ist die optimale Positionierung von Lautsprechern sehr wichtig. Dabei achten wir, auf den "Abstrahlwinkel" des Lautsprechers, auf "Reflexzonen" und darauf, dass die Lautsprecher niemals direkt auf ein Mikrofon abstrahlen. Besonders Monitore auf Bühnen müssen korrekt ausgerichtet und "eingepegelt" werden.
Mikrofone mit Nieren- oder Supernierencharakteristik reduzieren unerwünschte Schallaufnahme von hinten. Aber das ist nicht alles- denn auch der "Mikrofontyp" ist entscheidend- gerade bei Sprache werden oft Headsets-, Handfunkmikrofone oder Lavaliermikrofone (Ansteckmikrofone) eingesetzt. Hierbei ist zu Beachten, dass Ansteckmikrofone aufgrund ihrer Membranoberfläche am "schnellsten" bzw. die meisten Feedbacks erzeugen.
Jedes Mikrofon wird zu Beginn einzeln am Mischpult "eingepegelt". Dabei ist zu beachten, dass man nur "im Notfall" über 0 dB einpegelt. Zu stark verstärkte Mikrofone erhöhen die Rückkopplungsgefahr erheblich. Die Eingangsempfindlichkeit sollte sauber eingestellt werden.
Der Einsatz eines Equalizers ist eigentlich unumgänglich. Es gibt kaum eine Veranstaltung, bei der man auf einen Equalizer verpflichten. Hierbei unterscheiden wir zwischen einem "graphischen Equalizer und einem Voll-parametrischen Equalizer. Mit einem Equalizer lassen sich kritische Frequenzen gezielt reduzieren. Hierbei ist die Erfahrung des Tontechnikers bzw. sein "Gehör" und die Grundkenntnisse des menschlichen Gehörs das Allerwichtigste. Den nur wer weiß im welchen Frequenzbereich der Mensch hört, in welchem Bereich ein Equalizer arbeitet und wie- nur der kann auch die "koppelnde Frequenz" hören und mit Hilfe des Equalizers reduzieren.
Jedes offene Mikrofon erhöht die Gesamtverstärkung im System und damit das Risiko von Rückkopplungen. Daher "muten" Tontechniker nicht benutzte Mikrofone. Ein guter Tontechniker lässt das Geschehen auf der Bühne und die Mikrofone nie aus den Augen.
Der Umgang mit Mikrofonen erfordert weit mehr als nur das einfache Aufstellen oder Anschließen. Ein erfahrener Tontechniker versteht die unterschiedlichen Mikrofontypen, deren Richtcharakteristiken sowie die optimale Positionierung von Lautsprechern und Mikrofonen im Raum. Laien neigen dazu, Lautsprecher einfach neben die Bühne oder das Mikrofon zu stellen, was zu unerwünschten Nebengeräuschen und Rückkopplungen oder zu einem unausgewogenen Klangbild führt. Zudem ist das Wissen um die richtige Einstellung von PA-Endstufen und die Integration von Peripheriegeräten wie Equalizern essenziell, um Störgeräusche zu minimieren und den Klang "gezielt zu formen". Nur durch fundiertes technisches Know-how und jahrelange Erfahrung gelingt es, die komplexen Zusammenhänge zwischen Mikrofonen, Lautsprechern und ihrer Umgebung optimal zu nutzen.